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Ja, ich bin Bayern-Fan. Ist das nicht "shocking"? ;-) Bei spiegel-online habe die folgende Buchrezension (Buchbesprechung!) von Alwin Schröder gefunden, die ich keinem Bayern-Hasser vorenthalten möchte. |
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BUCHREZENSION: Die Bibel der Bayern-Hasser Von Alwin Schröder, Bayern-Mitglied Nr. 27902 Übernommen von Kai Alter, Bayern-Mitglied Nr. 93503 "Zieht den Bayern die Lederhosen aus" ist nicht nur ein beliebter Schlachtruf in deutschen Fußballstadien, sondern auch der Titel eines neuen Buches über den von vielen Fans verachteten Rekordmeister. "Spiege Online" nahm sich der Hasstirade an. Abgesehen von den bei etlichen Sportbüchern üblichen Fehlern in puncto Namen, Jahreszahlen und Ergebnissen ist "Zieht den Bayern die Lederhosen aus" (Eichborn, Frankfurt am Main 2002) eigentlich ein ganz amüsantes Werk geworden. Die Autoren Torsten Geiling und Niclas Müller haben es geschafft, auf 144 Seiten noch einmal all das zusammen zu fassen, was der gemeine Fan am mit Abstand erfolgreichsten deutschen Fußballclub nicht mag, den "mehr als 70 Millionen" hassen, wie es auf dem Buchrücken heißt. Leider wird der Leser aber auch in diesem "Bayern-Hass-Buch" mit einigen Thesen konfrontiert, die jahraus, jahrein zwar immer wieder an Stammtischen vertreten, aber dadurch nicht richtiger werden. |
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"Die Münchner schwammen im Geld, seitdem ihnen durch die Olympiade 1972 ein riesiges Stadion in den Schoß gefallen war" Das ist sicherlich zutreffend, aber hatten andere Bundesliga-Konkurrenten nur verfallene, kleine Hütten für ihre Zuschauer? Gab es noch kein Berliner Olympiastadion, kein Volksparkstadion, kein Waldstadion? Und fand nicht gerade zwei Jahre später eine Weltmeisterschaft mit restaurierten Arenen statt? Gab es keine WM-Spiele in Düsseldorf, Frankfurt, Stuttgart, Gelsenkirchen? Warum schwammen also Schalke, der HSV oder Hertha nicht im Geld? Die einzigen, die einem wirklich leid tun konnten, waren die Borussen aus Mönchengladbach in ihrem wirklich viel zu kleinen Bökelbergstadion. Auch ein Grund, warum sie viele Spieler wie Netzer, Bonhof, Simonsen oder Matthäus nicht halten konnten. Womit wir bei der zweiten irrigen These wären. "Kaufe Deine Feinde" Damit wird den Bayern unterstellt, die ohnmächtige Konkurrenz dadurch zu schwächen, in dem die besten Spieler von dort weggekauft werden. Natürlich hat und wird es diese Fälle geben - aber: Diese Spieler wollten immer zu den Bayern, weil sie viele Jahre doch mehr Geld an der Isar verdienen konnten als an der Weser oder an der Elbe oder am Rhein. Eigentlich dürften sich diese Vereine glücklich schätzen, just jene geldgeilen Kicker an den Feind aus München verloren zu haben - weil sie eben den eigenen hohen moralischen Club-Ansprüchen nicht mehr genügten. Also: Weint Pizarro, Ballack, Deisler oder Zé Roberto und allen anderen, die noch folgen, keine Träne mehr nach. Das bringt uns auch schon zu Punkt drei der Missverständnisse. "Niemals-zum-FC-Bayern-Geher" Damit sind leider nicht Kicker aus längst vergangenen glorreichen Zeiten gemeint wie Uwe Seeler, der immer nur für den HSV spielte und allen finanziellen Verlockungen widerstand. In dem Buch, mit dem die beiden Autoren quasi zu Königen der Bayern-Hasser werden, taucht zum Beispiel Sebastian Kehl auf. Der Ex-Freiburger spielt aber aus dem ganz einfachen Grund nicht für die Münchner, weil die neureichen Dortmunder ihn mit noch mehr Geld zuschütteten als die Bayern. Gleiches gilt übrigens auch für seinen Teamkollegen Tomas Rosicky. Bei einigen anderen "Lieblingen", die nie für die Bayern spielten, ist es vielleicht einfach nur so gewesen: Es hat sie niemand aus München gefragt. Sich überlegen fühlende Bayern-Fans? Fußball-Deutschland muss sich also leider damit abfinden, dass es die Bayern weiter geben wird, die den Clubs die Stadien füllen wie niemand anders und sich so hervorragend dazu eignen, Aggressionen abzubauen. Es hätte auch irgendeinen anderen Verein treffen können, wenn es das Schicksal anders gewollt hätte. Aber damals in den sechziger Jahren machte der Fußball-Gott Franz Beckenbauer, Gerd Müller und Sepp Maier eben zu Bayern - und nicht zu Sechzigern. So was nennt man wohl Pech. Fazit: Wer eine solche "Chronik aller Skandale, Fehleinkäufe, Flops, Blamagen, Affären", wie sie in diesem Buch tatsächlich enthalten ist, bislang vermisst hat, darf sich glücklich schätzen. Den gemeinen Bayern-Anhänger sollte es nicht weiter betrüben, es sei denn, er fühlt sich entlarvt, wenn er so beschrieben wird. "Der Bayern-Fan fühlt sich überlegen. Er kopiert die Arroganz seines Lieblingsvereins: Ernsthafte Schäden sind auch nach einer Niederlagenserie ausgeschlossen, die anderen Vereine sind sowieso zu dämlich, und wenn Bayern nicht in diesem Jahr Meister wird, dann halt im nächsten." Aber ein wirklicher Grund zum Ärgern ist diese Charakterisierung auch nicht, oder? |