Geschichte des Eishotels
Angefangen
hatte alles 1989 mit der Kunstausstellung
"Art-ic", wobei auf dem zugefrorenen Torne
Fluss ein Iglu gebaut wurde. Etliche
Besucher waren von der 60 m² großen
Kunstgalerie begeistert; einige blieben
sogar über Nacht. Die Ausstellung "Art-ic"
war nie als Hotel gedacht. Die Gäste
argumentierten jedoch, dass Iglus bereits
seit Tausenden von Jahren als Unterkunft
dienten. Somit war die Idee für das
Eishotel geboren.
Heute ist
das Eishotel weiterhin eine
blühende Sehenswürdigkeit als das erste,
größte und vielleicht einzige Hotel der
Welt, das komplett aus Eis und Schnee erbaut
wurde. Das Eishotel hatte vor zehn Jahren
bescheiden mit einem einstöckigen Gebäude
angefangen und besteht heute aus einer
Fläche von 4000 Quadratmetern, 3 000 Tonnen
Eis und 30 000 Kubikmetern Schnee. Während
der Wintersaison 2000/2001, zählte das
Eishotel 11.000 Übernachtungen und 33.000
Besucher. Das aus 60 Zimmern bestehende
"Winterwunderland" hat eine Rezeption, eine
Eingangshalle, ein Kunstmuseum, die "Absolut
Ice Bar", ein Kino, eine prachtvolle Kapelle
und natürlich Hotelzimmer.
Am Abend, versammeln sich die Gäste an der
Bar und nehmen einen Drink "in the rocks",
aus Eisgläsern, die aus den Eisblöcken des
Flusses geformt wurden. In der Kapelle
finden Gottesdienste, Hochzeiten und Taufen
statt.
Ende Oktober fangen circa ein Dutzend Künstler mit der Arbeit an bevor
Mitte Dezember die ersten Gäste kommen.
Schneekanonen und Verlader helfen, den
Schnee über gewölbte Metallformen zu
sprühen, einige Metallformen sind 5 ½ Meter
hoch und 6 Meter breit. Nach 2 Tagen werden
die gewölbten Metallformen wieder entfernt
und können an einer anderen Stelle
angewendet werden. Danach werden Eissäulen
aufgestellt, um den freistehenden
Schneewölbungen eine extra Stütze zu geben.
Ende November sägen die Künstler mit Hilfe
von Traktoren, speziellen Eissägen und
Eiswerkzeugen, die in Jukkasjärvi erfunden
wurden, Eisblöcke aus dem Torne Fluss. Bei
dem Bau des Eishotels wird ebenfalls
geschmolzenes Flusswasser benötigt. Das
saubere Flusswasser wird auf den Schnee
gesprüht, wodurch er steinhart wird. Während
der Dunkelheit im Dezember, wenn die
Hauptstruktur fast fertig wird, beginnt man
mit den Verfeinerungen und der
Inneneinrichtung des Eishotels. Am
Innendesign wird bis in den Januar hinein
gearbeitet. Die konstanten -7 °C machen das
Arbeiten innen relativ angenehm im Vergleich
zu den draußen bis zu -40 °C herschenden
Temperaturen. Bis in den späten Abend
hinein, sägen und meißeln die Künstler an
den Eisblöcken, um daraus Fenster, Türen,
Säulen, Tresen, Betten, Stühle, Tische,
Lampen und natürlich auch Skulpturen zu
formen.
In jedem
Jahr wird eine Gruppe nationaler und
internationaler Künstler dazu eingeladen,
die Einrichtung bestimmter Räume zu
entwerfen. Ende April beginnen dann leider
die Sonnenstrahlen mit dem Zerschmelzen des
großen Bauwerkes aus Eis.
Auch wenn
die letzten Gäste Ende April abreisen, geht
die Arbeit noch bis in den Juni hinein
weiter, wenn aus dem Eishotel ein
Wasserhotel wird. Die Künstler isolieren ein
paar Tonnen Eis im am 5. Mai 2000
eingeweihten "Eishotel Kunstzentrum"- eine
1500 m² große "Gefriertruhe" mit einer Eis-
und Schneeausstellung während des Sommers,
die den Besuchern einen Eindruck des
Eishotels verschaffen soll. Neu im Jahre
2001 ist ein Iglu Dorf im Kunstzentrum
bestehend aus 6 Iglus im Grönlandstil für
Übernachtungen im Sommer.
Die Natur
verschafft die Möglichkeit jedes Jahr mit
Formen und Techniken zu experimentieren.
Jedes Eishotel sieht anders aus. Die
Schönheit und die Stellen, mit denen wir
nicht so zufrieden sind verschwinden und
machen den Weg frei für den nächsten Winter.
Aus dem Torne Fluss dürften auch in der
nächsten Saison wieder einige gute Ideen
geboren werden. Aus dem Fluss kommt das Eis
und in den Fluss geht es zurück; alles, was
an das Eishotel erinnert sind Erinnerungen.